„Wer ein Trautonium will, muss sich eines bauen!“

100 Jahre Oskar Sala

Weimar, 23. – 31.10.2010

Wer kennt ihn nicht – Alfred Hitchcocks Klassiker “Die Vögel”. Vertont jedoch wurde der Thriller nicht in Hollywood, sondern von dem 1910 in Greiz/Thüringen geborenen Komponisten Oskar Sala, einem Pionier der Elektronischen Musik, dem Erfinder des Mixtur-Trautoniums.

Dieses Jahr wollen wir Oskar Salas 100. Geburtstag angemessen feiern!

Mit einem klingenden, leuchtenden und durchweg experimentellen Ausstellungspavillon auf dem E-Werk-Gelände in Weimar soll Oskar Sala gewürdigt und seine Erfindungen, seine Musik und der Kontext elektronischer Klangerzeugung und Filmvertonung erfahrbar gemacht werden.

Ein Projekt der Initiative „Oskar Sala 2010“ und der Professuren Interface Design und Darstellungsmethodik der Bauhaus-Universität Weimar.

Oskar Salas Instrument ermöglichte erstmals die musikalische Komposition mit subharmonischen Strukturen – eine zuvor rein theoretische Spiegelung natürlicher Tonreihen. Seine Methoden zur Gestaltung akustischer Filmkulissen basieren auf der Modifikation elektronischer Geräte und Medien. Bis ins hohe Alter blieb er der einzige Virtuose des Trautoniums.

Die Subharmonischen Tage Weimar greifen Salas einzigartige elektronische Klangmaschinenarbeit auf: In Filmen, Konzerten, Vorträgen und Workshops werden Verbindungen zur zeitgenössischen experimentellen Erfindungskunst öffentlich präsentiert, probiert und diskutiert.


subharmonische tage weimar

29.-31. OKTOBER

Eine Veranstaltung der Initiative Oskar Sala 2010 und der Professur Interface Design, Bauhaus-Universität Weimar

PROGRAMM

Freitag, 29.10.: Subharmonische Nacht

17.00 Uhr Feierlicher Empfang der subharmonischen Gäste im Kesselsaal (geschlossene Veranstaltung)

19.30 UhrOskar Sala – die vergangene Zukunft des Klangs„. Dokumentarfilm, Oliver Rauch/Ingo Rudloff; Deutschland 1999. 83min. Lichthaus-Kino.

Der Regisseur Ingo Rudloff präsentiert den preisgekrönten Dokumentarfilm über Oskar Sala: Eine Begegnung mit dem damals fast 90-jährigen und noch immer quicklebendigen Komponisten und Erfinder, seinen Weggefährten sowie seiner Werke und seinem faszinierendem Instrument, dem Mixtur-Trautonium.

„Rauch und Rudloff ist ein toller Film gelungen: Die Idee, mit dem Film auch eine Charakterstudie um Einzigartigkeit und Einsamkeit umzusetzen, ist aufgegangen.“ (Die Schleuse)

Karten im Lichthaus-Kino für 6,00/5,00 €.

21.30 Uhr – 0.00 Uhr Konzert: „Frequenzduschen – Akustische Installationen und Improvisationen„, Kesselsaal und Lichthaus.

Die Künstler- und Erfinderduos Götze/Erdmann, Alenso/Dhers (beide Weimar) sowie Schulze/Sieber(Düsseldorf/Weimar) beschwingen Kesselsaal und Lichthaus mit elektro-mechanischen und elektroakustischen Klängen. Ergänzend zu den Frequenzduschen hält die Kesselsaal-Bar den Besuchern weitere Erfrischungen bereit.

Maxie Götze, Anja Erdmann: Luftikus (Schlosserwerkstatt, Lichthauskino)

Ana Alenso, Ruben Dhers: Music for Fan (Kesselsaal, E-Werk)

Phillip Schulze, Jan Sieber: Subharmonische Improvisationen (Kesselsaal, E-Werk)

Der Eintritt ist frei.


Samstag, 30.10.: Subharmonisches Symposium

10.00 – 17.00 Uhr Konferenz  „Subharmonisches Symposium„. Kesselsaal.

Der Künstler als Ingenieur, der Musiker als technischer Erfinder, das Experiment als Grundlage gestalterischen Schaffens.

Auf den Spuren des elektronischen Komponisten und Instrumentebauers Oskar Sala als Pionier der elektronischen Musik und der elektroakustischen Filmgestaltung werden in Vorträgen, Demonstrationen und Gesprächsrunden die beiderseitigen Einflüsse künstlerischer und technischer Entwicklungen diskutiert.

Von der Untersuchung Salas Erfindung, dem Mixtur-Trautonium, über seine experimentellen Arbeitsmethoden mit und zwischen verschiedenen audiovisuellen Medien, Formaten und Werkzeugen führen die Beiträge des Symposiums bis hin zur Präsentation heutiger Angebote der elektronischen Medientechnik als Herausforderung für Künstler und Entwickler.

Foto: Phonogrammarchiv Wien

VORTRÄGE, DEMONSTRATIONEN, PRÄSENTATIONEN

Silke Berdux

Oskar-Sala-Fonds am Deutschen Museum München

http://www.oskar-sala.de

Bänder, Bilder und ein Klangmaschinenpark: Oskar Salas Nachlass

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Heimo Ewald, Bernhard Graf

Phonogrammarchiv Wien

http://www.phonogrammarchiv.at/

Metadaten als Herausforderung: Oskar Salas Kunst am Magnetband

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Peter Donhauser

Musikinstrumenteabteilung am Technischen Museum Wien

http://www.tmw.at/

Von der Glimmlampe zur digitalen Frequenzteilung: Erfindungen im, am und um das Trautonium

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Manfred Miersch

Künstler, Musiker, Popkultur-Archäologe

http://www.subharchord.de

Elektronische Musik in der DDR? Geschichten zur Geschichte des Subharchords

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Oliver Stummer

Künstler und Komponist, Wien

http://www.tomoroh.com

Abenteuer Subharmonie: Zwischen analogem Trautonium und digitaler Emulation

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ergänzend: experimentelle Filmklangarbeiten und Kompositionen von Oskar Sala

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erwünscht unter: kunstbenutzerforscher – at – online.de


19.30 UhrHubert Sielecki: Aktion schwangere Kamera„. Experimentalfilme, Österreich 1983-2010. Lichthaus-Kino.

Mag. Hubert Sielecki, Experimentalkünstler aus Wien, zeigt und erläutert Werke und deren Entstehung der Künstlergruppe A.S.K. und des Studios für experimentellen Animationsfilm an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

Hubert Sielecki ist Drehbuchautor, Regisseur, Kameramann, Musiker, Tontechniker, Darsteller, Zeichner, Maler in einem. Seine Autorenfilme entstehen vorwiegend mit Technik des Animationsfilms: Diese Filme entsteht in erster Linie durch Belichtung und Bearbeitung von Einzelbildern. Diese Bilder sind gemalt, gezeichnet, es können auch Gegenstände oder Menschen vor der Kamera in Einzelbild-Schritten aufgenommen werden.

Seit 1982 leitet er das Lehrstudio für Animationsfilm in Wien, 1991 gründete er die Filmgruppe A.S.K., in der er gemeinsam mit den Künstlern Paul Braunsteiner und Luise Buisman an No Budget-Projekten arbeitet. Diese Filme werden ohne Subventionen und ausschließlich in Eigenarbeit und Mitwirkung von Freunden ohne Produktionskosten hergestellt.
In den letzten Jahren entstehen Filme in Zusammenarbeit mit Musikern (Hotel Palindrone) und Schriftstellern (u.a. Karin Spielhofer, Gernot Wolfgruber, Gerhard Rühm).
Für seine Arbeit erhielt Hubert Sielecki zahlreiche Preise und Auszeichnungen im In- und Ausland.

Karten im Lichthaus-Kino für 6,00/5,00 €.

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Sonntag, 31.10.: Subharmonische Werkstatt

10.00 – 15.00 Uhr Subharmonische Werkstatt. Kesselsaal, Pavillon und Lichthaus.


Die Subharmonische Werkstatt lädt seine Besucher zwischen experimentellen Projekten, Prototypen und Werkzeugen zum eigenständigen subharmonischen Forschen und Spielen ein.

Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung erwünscht unter: kunstbenutzerforscher – at – online.de

Frank Melchior

Medientechnologe und Elektroakustiker, Erfurt

Jan Sieber

Bauhaus-Universität Weimar

http://www.kunstbenutzerforschung.de

3d-iPav: Playing the Pavillion!

(Vortrag/Demo, Kesselsaal und Pavillon)

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Phillip Schulze

Künstler und Komponist, Düsseldorf

http://www.phillip-schulze.de

Die Digitale Pumpe: Situationsspezifischer Klanggenerator

(Workshop/Demo, Kesselsaal und Pavillon)

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Hannes Kahl

Medieninformatiker, Leipzig

Der Trautoniumcode: Vokal digital

(Workshop/Demo, Kesselsaal und Pavillon)

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Anja Erdmann, Maxie Götze

Studentinnen Medienkunst/Mediengestaltung und Visuelle Kommunikation

Bauhaus-Universität Weimar

Luftikus: Elektromechanische Luft-Kompositionen

(Workshop/Demo, Kesselsaal und Lichthaus)

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Stefan Klemm

Student Medienkunst/Mediengestaltung

Bauhaus-Universität Weimar

search 2: Interaktive Klangschichten

(Demo/Installation, Kesselsaal und Pavillon)

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15.15 Uhr „Einklang – 2 Brüder. Die Welt von Bernard und François Baschet“, Ingo Rudloff,  Dokumentarfilm D 2010. Lichthauskino. Mit Ingo Rudloff.

François Baschet ist Weltenbummler, sein Bruder Bernard ein bodenständiger Familienmensch. In der Musik sind sie vereint: Die beiden originellen Künstler erschaffen fantastische Soundskulpturen und bizarr anmutende Instrumente. Die Dokumentation von Ingo Rudloff erzählt die Geschichte zweier ungleicher Brüder, die sich anschickten, die Musikwelt zu revolutionieren.

Zugleich ist sie eine Hommage an die Fantasie und den Mut, eigene Wege zu beschreiten.

Karten im Lichthaus-Kino für 6,00/5,00 €.

Samstag, 23.10. – Sonntag, 31.10.:

Experimentalausstellung

Oskar Sala 2010 – Musik zum Selberbauen!

In einem Ausstellungspavillon auf dem E-Werk-Gelände werden Leben, Werk und Einflüsse Oskar Salas interaktiv sicht- und hörbar gemacht.

Der Pavillon und die Ausstellung wurden in einem interdisziplinären Projekt von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar unter der Leitung von Dipl.-Ing. Jan Sieber (Interface Design, Fakultät Medien) und Dr.-Ing. Sabine Zierold (Darstellungsmethodik, Fakultät Architektur) entwickelt.

Der Eintritt ist frei.